Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Mittelpunkt – auch für kleine und mittlere Unternehmen. KMU stehen zunehmend vor der Herausforderung, verlässliche Nachhaltigkeitsinformationen bereitzustellen. Der VSME- Standard bietet dafür einen kompakten und klar strukturierten Rahmen, der sich an den Bedürfnissen kleiner Unternehmen orientiert. Dieser freiwillige Standard erleichtert den Einstieg in die ESG Berichterstattung und stärkt die Position im Markt und gegenüber Finanzpartnern.

(c)Freepik.com

VSME-Standard: Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU – strukturiert, freiwillig und praxisnah

Nachhaltigkeit ist längst kein Thema mehr nur für Großunternehmen. Banken, Förderstellen, Kundinnen und Geschäftspartner verlangen zunehmend auch von Kleinst- und Kleinunternehmen (KMU) nachvollziehbare Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen. Der VSME-Standard der EFRAG bietet dafür einen klaren, KMU-gerechten Rahmen.

Hintergrund

Der VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs) wurde in erster Linie für KMU geschaffen. Nach den Omnibus I + II Verordnungen ist dieser aber auch für Unternehmen, die nicht unter die CSRD-Berichtspflicht fallen (also weniger als 1.000 Mitarbeiterinnen haben) relevant. Bei dem VSME handelt es sich um einen freiwilligen Standard. Er orientiert sich inhaltlich an der Logik der CSRD und der ESRS, ist jedoch bewusst vereinfacht und enthält keine komplexen Datenpunkt-Anforderungen.

Der VSME ist damit kein „kleiner ESRS“, sondern ein eigenständiger Standard, der auf die Realität von KMU zugeschnitten ist.

Welche Vorteile bringt der VSME-Standard für Ihr Unternehmen?

✔ Bessere Marktchancen – Unternehmen mit einer strukturierten Nachhaltigkeitsstrategie bleiben für ihre Geschäftspartner*innen und Investor*innen attraktiver.

✔ Verbesserte Finanzierungsbedingungen – Banken bevorzugen zunehmend Unternehmen mit Nachhaltigkeitsberichten, da sie nicht nur selbst Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen, sondern ab 2025 auch ESG-Informationen von Unternehmen, die sie finanzieren, einholen müssen.

✔ Effizientere Prozesse und Kostenersparnis – Nachhaltigkeitsmanagement hilft oft dabei, Ressourcen effizienter zu nutzen und Kosten zu senken.

Inhalt des VSME

Der Standard ist modular aufgebaut deckt zentrale ESG-Themen ab, unter anderem:

  • Umwelt (z. B. Energie, Emissionen),

  • Soziales (z. B. Mitarbeitende, Entlohnung),

  • Governance/Unternehmensführung (z. B. Korruption und Bestechung).

Basismodul – Für kleinere Unternehmen, die nur die wichtigsten Aspekte abdecken möchten. Dazu gehören CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch und soziale Themen wie Arbeitsbedingungen.

Comprehensive-Modul – Eine erweiterte Variante für Unternehmen, die detailliertere Berichte benötigen, etwa für Banken oder größere Geschäftspartner.

Er kombiniert qualitative Beschreibungen mit einfachen Kennzahlen und greift weitgehend auf bereits vorhandene Unternehmensdaten zurück (z. B. Lohnverrechnung, Energieabrechnungen).

Ein zentrales Prinzip ist die Wesentlichkeit: Unternehmen berichten nur über jene Themen, die für ihr Geschäftsmodell tatsächlich relevant sind. Das schützt vor Überberichterstattung und unnötiger Datensammlung.

Ablauf der Berichterstellung

Der typische VSME-Prozess umfasst:

  1. Vorbereitung & Festlegung des Scopes

  2. Wesentlichkeitsanalyse (unter Nutzung von Appendix B)

  3. Auswahl relevanter Angaben

  4. Datensammlung und Berechnung

  5. Erstellung des Berichts

  6. Review und Weiterentwicklung

Für wen ist der VSME noch relevant?

Der VSME richtet sich nicht nur an Kleinst- und Kleinunternehmen ohne bisherige Berichtserfahrung. Auch Unternehmen außerhalb der CSRD-Berichtspflicht stehen zunehmend vor der Frage, wie weit sie freiwillig in der Nachhaltigkeitsberichterstattung gehen wollen (also Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeiterinnen).

Gerade Unternehmen mit NFRD- oder GRI-Erfahrung möchten ihre bestehenden Strukturen nicht einfach aufgeben, gleichzeitig aber den Berichtsaufwand reduzieren. Der VSME bietet hier eine pragmatische Orientierung.

Fazit

Der VSME ermöglicht KMU einen niederschwelligen, glaubwürdigen Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Er schafft Orientierung, stärkt die Kommunikation mit externen Stakeholdern und ist gleichzeitig anschlussfähig an die ESRS – ohne deren Komplexität zu übernehmen.